Erster Bericht von Levin aus den USA

Parlamentarisches Patenschafts-Programm

Seit drei Monaten bin ich jetzt hier und in erster Linie wieder Schüler. Von Deutschland, meiner Familie und Freunden bin und fühle ich mich immer ferner.
Hier in Milwaukee Wisconsin, einer mittelgroßen Stadt im Norden des Landes, an der Küste der Great Lakes fange ich langsam an mich zuhause zu fühlen. Mit neuen Freunden und in einer anderen Familie. Meine liebevolle Gastmutter hat sich bereits mehrmals bereit erklärt Austauschschüler aus aller Welt in ihr Haus aufzunehmen. Dieses Jahr meinen Gastbruder aus Schweden und mich. Wir drei verstehen uns prima weshalb ich froh bin, dass ich in dieser Gastfamilie platziert wurde.

Ich darf das Schuljahr aus der Sicht eines durchschnittlichen, in einer Stadt im Nordwesten lebenden, amerikanischen Highschool-Schülers erleben. Ich besuche eine öffentliche Schule mit internationalem Sprachschwerpunkt. Der einzige Austauschschüler bin ich hier bei weitem nicht. Was mir ein Netz von gleichgesinnten Ansprechpartnern bietet und den Einstieg in das Highschool Leben erleichtert hat. Die Schule glänzt mit ihrer sehr diversen Schülerschaft. Selbst ohne Austauschschüler ist hier fast jede ethnische Herkunft vertreten. Das führt zwar auch zu Herausforderungen, aber größtenteils kann jeder Schüler davon profitieren.

Die Highschool Fußball Saison und somit mein tägliches Training nach Schulschluss neigt sich dem Ende zu, im Frühling spiele ich dann Baseball. Das Freizeitangebot der Schule umfasst außerdem American Football, Basketball, Tennis, Wrestling, Schach, Robotik und ein paar mehr. Deshalb und wegen der regulären Schultage bis 4 Uhr nachmittags, spielt sich mein Leben hauptsächlich dort ab. 

Am Anfang fühlte sich alles fremd oder wie im Film an. Die endlosen Wohngebiete, die riesigen Highways und unzähligen Autos, der gelbe Schulbus, die überschwängliche Mentalität, oder die lächerlich großen M&M Packungen. Oder die Eiswürfelmaschine im Kühlschrank. Früher oder später dennoch nimmt man die harte Routine, diese unendliche Vielfalt, die Art wie man als Schüler behandelt wird und die Sprache als seine eigene Realität an. Dann fängt es an besonders interessant zu werden. Ich musste mich an viele Dinge anpassen und Verantwortung in einem Maß übernehmen an das ich bisher nicht gewöhnt war. Sehr vieles ist hier anders als in Deutschland, jeder Tag birgt seine Überraschungen und immer irgendwas Neues.

Über Amerika, Amerikaner und mich selbst.
Ich möchte jedem der seine Schulbildung mit etwas mehr als nur einem Zertifikat abschließen möchte, ein Auslandsjahr wärmstens ans Herz legen.
Auch wenn die Vorstellung zunächst Angst machen kann, lohnt sich der Mut. Ein Schüleraustausch ist für jeden anders. Gerade in den USA kann man an den verschiedensten Orten landen und es gibt auch viele andere Faktoren, die wichtigste davon der Schüler selbst. Niemand kann einem sagen wie die Erfahrung am Ende sein wird, nur dass man daran als Person lernen und wachsen wird.
Ich bin dem Deutschen Bundestag, dem US Kongress und Susanne Ferschl dankbar dafür, dass sie mir das ermöglicht haben.