von Susanne Ferschl, 01. November 2021

Antwort der Bundesregierung auf die schriftliche Einzelfrage von Susanne Ferschl


Als armutsgefährdet gelten Personen in Privathaushalten, die über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verfügen. 2019 belief sich in Deutschland die Armutsrisikoquote von Personen in Haushalten, die zur Miete wohnen, auf 25,3 %. Bei Personen in Haushalten mit Wohneigentum beläuft sich die Quote lediglich auf 12,5 %. Der Vergleichswert unabhängig vom Wohnstatus liegt bei 18,5 %. Damit sind Mieter doppelt so häufig armutsgefährdet als Wohneigentümer. Die Zahlen sind steigend: Insbesondere der Vergleichswert von 18,5 % ist besorgniserregend, da dieser in den letzten 15 Jahren niemals höher war.

In punkto Wohneigentumsquote liegt Deutschland im europäischen Vergleich mit 51,1 % auf dem vorletzten Platz. Nur die 42,5 % der Schweiz sind noch niedriger. Spitzenreiter sind Rumänien mit 95,8 % und Polen mit 84,2 %.

Dazu erklärt Susanne Ferschl, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag:

„Jeder Fünfte in Deutschland ist mittlerweile armutsgefährdet, bei den Mieterinnen und Mietern ist es sogar jeder Vierte. Während die Löhne stagnieren oder pandemiebedingt sogar gesunken sind, steigen die Mieten unaufhörlich. So geht ein immer größerer Teil des Einkommens für die Miete drauf. Nur mit einem bundesweiten Mietendeckel und einer flächendeckenden tariflichen Bezahlung kann diese Spirale der Armut gestoppt werden. Die Menschen brauchen bezahlbaren Wohnraum und Löhne, von denen sie leben können.“