„Es ist erfreulich, dass die Zahl der Arbeitslosen im Oktober gesunken ist. Die wirtschaftliche Erholung, der wir diese Entwicklung verdanken, droht aber schon wieder abzuflauen. Gerade gestern erst hat der Bundeswirtschaftsminister – wie schon die Konjunkturinstitute kurz zuvor – die Konjunkturprognose der Bundesregierung gesenkt. Damit droht auch die Entwicklung am Arbeitsmarkt erneut ins Stocken zu geraten“, kommentiert Suanne Ferschl, Abgeordnete der Fraktion DIE LINKE, die heute von der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichten Arbeitslosenzahlen. Ferschl weiter:

„Immer noch sind rund 200.000 Menschen mehr arbeitslos als vor der Krise. Und auch da waren wir noch weit entfernt von Vollbeschäftigung. Die offizielle Zahl der Arbeitslosen liegt mit 2,4 Millionen zudem weit unter der tatsächlichen Arbeitslosigkeit, die die Bundesagentur als Unterbeschäftigung ausweist und die im Oktober bei 3,1 Millionen liegt. Mit der stillen Reserve – Menschen, die sich auch mangels Chancen vom Arbeitsmarkt abgewendet haben – zählen wir rund vier Millionen Arbeitslose. Die Herausforderungen am Arbeitsmarkt bleiben daher groß.

Viel zu lange wurde die Entwicklung am Arbeitsmarkt schöngeredet. Eine verantwortungsvolle Wirtschafts-, Arbeitsmarkt- und Klimapolitik muss auf ein angemessenes und ökologisch nachhaltiges Wirtschaftswachstum zielen. Gleichzeitig müssen von Arbeitslosigkeit betroffene Menschen besser abgesichert werden. Hierzu hat DIE LINKE in der vergangenen Legislatur Vorschläge in den Deutschen Bundestag eingebracht, die durchaus Schnittmengen mit Initiativen der Grünen wie auch der Gewerkschaften aufweisen. Es bleibt abzuwarten, ob sich diese Schnittmengen auch mit der neuen Bundesregierung ergeben und in praktische Politik umsetzen lassen.“