Broschüre: Befristungswahn stoppen!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Hartz-Gesetze und die Agenda 2010 waren ein Geschenk an die Arbeitgeber. Mit dem Ziel, die Löhne zu senken, wurden die soziale Sicherung von Erwerbslosen verschlechtert, Arbeitnehmerrechte runtergefahren und Niedriglöhne vorangetrieben. Das Kräfteverhältnis zwischen Kapital und Arbeit hat man zugunsten der Kapitalseite verscho- ben. Die Zahl der Menschen, die sich ohne Perspektive mit Leiharbeit, befristeten Arbeitsverträgen oder Minijobs begnügen müssen, ist deutlich angestiegen.

Es sind zahlreiche Maßnahmen notwendig, um eine Umkehr dieser Politik einzuleiten. Wir wollen ein neues Normalarbeitsverhältnis und starke Gewerkschaften: Gute Arbeit ist sicher, tariflich bezahlt und mitbestimmt. Ein wichtiger erster Schritt in diese Richtung ist die Eindämmung von befristeten Arbeitsverträgen. Wenn wir die Arbeitsbedingungen verbessern wollen, müssen wir Befristungen den Kampf ansagen. Wer befristet beschäftigt ist, hat Angst vor dem Verlust seiner Arbeit.

Das hat disziplinierende Wirkung. Man hält deswegen lieber den Mund, schleppt sich krank zur Arbeit und wehrt sich nicht gegen Ungerechtigkeiten. Man meldet sich nur selten kritisch zu Wort und unter- stützt den Betriebsrat oder die Gewerkschaft höchstens verdeckt. Der Kündigungsschutz läuft ins Leere, wenn befristete Arbeitsverträge einfach auslaufen, ohne dass es einer Sozialauswahl bedarf. Die Folge: Das Arbeits- recht wird geschleift und die Arbeit von Betriebsräten und Gewerkschaften erschwert.Belegschaften werden gespalten und diszipliniert. Befristungen führen den Beschäftigten beständig vor Augen, dass ihre Arbeit nur vorübergehenden Charakter hat und sie jederzeit austauschbar sind. Arbeitsverträge mit Verfallsdatum sind ein Disziplinierungsinstrument, mit dem die Unternehmen ihre Machtposition sichern.

Susanne Ferschl

Hier Broschüre downloaden: https://www.linksfraktion.de/fileadmin/user_upload/190729_Befristung_Folder_6er.pdf